Pressestimmen: Herr Eislinger Hat Zähne
 
Hessischer Rundfunk, 2.Programm, Kulturjournal, 3.5.03.
Autor: Martin Maria Schwarz


(...) Moc Thyssen als Herr Eisslinger ist der sprecherische Glanzpunkt dieses Hörstücks. Konzentriert, langsam, fast artifiziell schichtet er die Worte wie Steine zu Gedankenmauern auf, die ihm jeden Zugang zu einem anderen Leben versperren. Eine Redeweise, die nicht nur grandios den Spleen Herrn Eislingers dokumentiert, sondern die ganze Figur dem Hörer so nah kommen lässt, dass ihm dessen Schicksal gar nicht mehr egal sein kann. Ein Schicksal, welches der Autor und Produzent dann durch liebevoll eingesetzte akustische Mosaikteilchen so komisch kommentiert oder ins Groteske steigert, dass zumindest der Hörer sich immer wieder lachend aus der atmosphärischen Beklemmung diese Stücks befreien kann:(...)

Illustration: angebissener Lolli

Der HÖRSPIELer: (www.hoerspieler.com), Autor: Hartmut Lühr

Der HÖRSPIELer: Kompromißlos umgesetztes Hörstück über die Liebesleiden eines "Zahnneurotikers"; Reich an skurrilen Einfällen und Wortschöpfungen. Die Personen sind gut besetzt, insbesondere die Hauptfigur durch Moc Thyssen. Auch dieses Werk von Autor Caspar Abocab eignet sich jedoch nicht zum Nebenherhören, dafür ist die Form zu komprimiert, sind die Gedankengänge zu verschlungen.
FAZIT: Das ist DOCH lustig !

Frage an Caspar Abocab: "Empfanden Sie beim Schreiben des Stückes Mitleid mit ihrer neurosengequälten Hauptfigur?"
Antwort Caspar Abocab: Nein. Ich wollte mich damals AUCH über wehleidige Männer und Mutterproblematik Gesülz lustig machen. Man muß seine Figuren schonungslos behandeln, sonst kommen Rührstücke dabei heraus. Und Mitleid...das hat immer sowas Überlegenes, Ich mochte an Ariane, daß sie gar nichts von einer Florence Nightingale oder Mutter Teresa hat. Das Märchenhafte in der Geschichte liegt für mich darin, das Eislinger mindestens einmal im Leben wirklich liebt, mit vollem Risiko, und Ariane hat ihn auch geliebt, davon bin ich überzeugt. Eigentlich ist das ein romantisches Stück, finde ich. Bei der Inszenierung habe ich viel Wert darauf gelegt, die Figuren nicht als Witzfiguren erscheinen zu lassen, sondern: wenn es komisch wird, dann durch die Situationen, in die sie geraten, in die sie sich bringen.
Frage an Caspar Abocab: "Ist die Frage nach dem alter-ego-Potential von Herrn Eislinger für den Autor erlaubt?"
Antwort Caspar Abocab: Ich habe leider noch nie eine Astronautin kennengelernt, dafür aber mal eine Zahnärztin, die ...aber das würde hier zu weit führen. Inspirierend war tatsächlich eine langwierige Zahnbehandlung, irgendwann sagte die Zahnärztin(!), das sie manchmal schon gerne wüßte, was den Patienten so im Kopf herumgeht, wenn sie da auf der Liege sprachlos herumliegen müssen. Das war die eine Inspiration. Das Ganze spielte sich in einer Gemeinschaftspraxis ab, und ihre beiden Kollegen waren wohl ehemalige Miltär-Zahnärzte, wenn nicht eigentlich Pferdedoktoren, die sich nach Auflösung der NVA selbständig gemacht hatten, das war die andere Inspiration. Frau W. war gut, als Zahnärztin, ich war sehr zufrieden mit meinen renovierten Zähnen. Ansonsten habe ich mir über mein Verhältnis zum Zahn- und Zahnheilkundlichen Wesen noch nie Gedanken gemacht, seit ich ein gewisses Alter, ca. 9 Jahre erreich habe. Aber-ist Herr Eislinger nicht ein bißchen in uns allen? Ich finde nein.


 
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